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Fledermäuse gehören in Mitteleuropa zu den am stärksten bedrohten
Säugetierarten. Ihr Bestand hat sich in den letzten Jahren drastisch
verringert. Sie existieren in einer Lebens- und Sinneswelt, in die wir Menschen
uns nicht annähernd hineinversetzten können. Sicherlich mit ein
Grund dafür, warum diese spannenden Tiere vielen Leuten nach wie vor
etwas unheimlich sind. Doch dazu besteht kein Anlass, was man schnell merkt,
wenn man ihr Verhalten besser kennen lernt.
Die wärmeliebenden Tiere haben sich unsere kühleren Breiten erobert
durch ihre Fähigkeit zum Winterschlaf. Dabei werden alle energieverbrauchenden
Prozesse des Körpers gedrosselt- die Körpertemperatur sinkt, Herzschlag
und Atmung werden herabgesetzt. Der Körper zehrt in dieser Zeit von
dem im Sommer angefressenen Fettdepot. Es gibt einige Wachphasen, in denen
Harn abgelassen und getrunken wird. Jedes Erwachen bedeutet jedoch einen
hohen Energieverlust - zusätzliche Störungen können daher
tödlich sein.
Das Orientieren im Raum und das Fangen der Nahrung, die bei allen heimischen
Arten fast ausschließlich aus Insekten besteht, geschieht mit Hilfe
eines Ortungssystems im Ultraschallbereich - also für uns Menschen
unhörbar. Aus dem meist geöffneten Maul stoßen die Fledermäuse
regelmäßig "Schreie" aus. Die reflektierten Echos von den vor
ihnen befindlichen Gegenständen fangen sie mit den Ohren wieder auf
und erhalten so ein 'Hör-Bild' ihrer Umgebung. Mit diesem Echo-Ortungssystem
können sie Objekte mit einem Durchmesser von weniger als 0,2 Millimeter
erkennen, ihnen elegant ausweichen, wenn es ein Hindernis ist oder es fangen,
wenn es sich um ein Beutetier handelt. 
Nach dem Erwachen aus dem halbjährigen Winterschlaf begeben sich die Fledermausweibchen ab Mai in ihre Wochenstubenquartiere. Dort kommen bis zur ersten Junihälfte die Jungtiere zur Welt, die bis Anfang August ausgewachsen sind.
Fledermäuse haben eine ausgezeichnete Anpassungsfähigkeit an menschliche Bauwerke
entwickelt. Man trifft sie in Häusern überall dort, wo es Spalten und Hohlräume gibt,
vorzugsweise auf Dachböden, hinter Fensterläden und zwischen Dachziegeln, sogar hinter
losem Putz oder in den Öffnungen alter Außenwandheizungen.
Die Winterruhe verbringen sie an kühlen, ungestörten, zugfreien, Orten, z.T. auch in
unterirdischen Kellern oder Gewölben mit einer bestimmten Luftfeuchte.
Fledermäuse wechseln zwischen den Quartieren (Sommer/Winterquartier, Männchenquartier, Paarungsquartier, Wochenstuben) - was ihren Nachweis erschwert. Wochenstuben und alle anderen Quartiertypen können über Jahre hindurch immer wieder besetzt werden.
Leider finden sie nur noch wenige dieser Unterschlüpfe.
Hermetische Abriegelung auch kleinster Spalten durch Wärmedämmmaßnahmen und der zunehmende
Dachgeschoßausbau vertreiben die Insektenfänger aus unserem städtischen Umfeld.
Es muss dem weiteren Verlust an Fledermausquartieren massiv entgegengewirkt werden.
Mit speziell angefertigten Fledermausdachpfannen und -steinen kann man ihnen ohne großen
finanziellen oder baulichen Aufwand Unterschlupfalternativen anbieten.
Die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünanlagen kann darüber hinaus einen
entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Nahrungsgrundlage für Fledermäuse leisten.
Beim Fund von Fledermäusen (tot, verletzt), Fledermausquartieren bzw. bei Bau- und Sanierungsarbeiten die Fledermausquartiere beeinträchtigen sollten aufgrund der komplizierten Biologie aller Fledermäuse unbedingt Biologen hinzugezogen werden!
Einige Fledermausarten, die in ihrem Jahreszyklus sehr stark an Gebäude gebunden sind, werden oben links aufgelistet. Beachte: Es muß jedoch immer damit gerechnet werden, auch andere Arten der Fledermäuse an und in Gebäuden anzutreffen!