Zentrum Artenschutz am Gebäude

Turmfalke (Falco tinnunculus)

Das Gefieder der etwa taubengroßen Vögel ist oberseits rotbraun mit dunkler Bänderung, unterseits rahmgelb mit dunklen Flecken. Weibchen sind bis zu einem Drittel größer und schwerer als Männchen. Jungvögel sind weibchenfarben, geschlechtsreife Männchen haben einen hellgrauen Kopf und Schwanz mit schwarzer Endbinde.

Neben verlassenen Krähen- oder Taubennestern nutzen Turmfalken Nischen und Hohlräume an Gebäuden zur Jungenaufzucht. Das gezielte Anbringen von Nistkästen in Feld und Flur sowie an Gebäuden fördert die Art. Die Brutplätze werden über mehrere Jahre benutzt.

Die Brutzeit (eine Jahresbrut) liegt in den Monaten Ende März bis Juni. In einer Nestmulde, die in vorhandenes Substrat gescharrt wird (Falken tragen kein Nistmaterial ein!) werden die 4 - 6 Eier 28-33 Tage lang bebrütet. Im Alter von 30-35 Tagen sind die Jungen flügge und machen erste Flugübungen. Während der daran anschließenden "Bettelflugphase" - wo die Jungen den Eltern entgegenfliegen und um Beute betteln - besteht noch immer eine starke Bindung an den Brutplatz.

Als typischer Bodenjäger ernähren sich Turmfalken zu 80-90% von Mäusen, den Rest bilden Insekten, Reptilien, Wirbellose und Kleinvögel. In städtischen Brutgebieten (z B. Berlin) kann die Nahrung jedoch bis zu 50% aus Kleinvögeln bestehen.
Ein bemerkenswerter Jagdstil ist die "Rütteljagd", wobei der Vogel durch kräftiges Flügelschlagen in der Luft "steht", seine Beute fixiert und dann herabstürzt, um sie zu fangen.

Turmfalken sind Teilzieher - d.h. ein Teil der Vögel verlässt im Winter die Reviere, ein Teil verbleibt jedoch in der Region unter Zuzug von Tieren aus dem Norden.

Gefährdet ist die Art u.a. durch Nistplatzmangel und Nahrungsknappheit durch Rückgang der Beutetiere.

Schutz und Hilfe   Nisthilfen-Bauanleitung

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